Der Naturraum der Alpen

Naturraum Alpen

Eine Fläche von fast 200.000 Quadratkilometer bietet enorm vielfältige Lebensräume. Es finden sich sonnige, warme, weite Täler, sanfte Hügel, aber auch tiefe Gebirgsschluchten bis hin zu Eis- und Steinwüsten in den Gipfelregionen. Rund 30.000 Tierarten, davon 80 Säugetiere, und 13.000 Pflanzenarten zeugen von einer großartigen Vielfalt der Natur. Viele der Pflanzen gibt es nur hier in den Alpen und nirgends sonst auf der Welt.

Je höher, desto…?

Alpengipfel

Die Alpen sind kein einheitlicher Lebenskreis. Je höher man nach oben steigt, desto mehr nimmt die Durchschnittstemperatur ab. Im Mittel pro 100 m Höhenanstieg um etwa 0,5 °C. Ein Anstieg vom Tal bis zum Gipfel eines über 3.000 m hohen Berges kommt einer klimatischen Wanderung vom Mittelmeer nach Grönland gleich. Mit der abnehmenden Lufttemperatur wird die Vegetationszeit um ca. 1 Woche pro 100 m kürzer. Die einschneidensten ökologischen Grenzen sind Waldgrenze und Schneegrenze.

Vegetationszeit

Das ist jener Zeitraum, in dem es warm genug ist, dass Pflanzen wachsen können. Warm genug ist es, wenn es am Tag eine Mitteltemperatur von mehr als plus 5 ºC gibt. Viele Bäume benötigen sogar eine Durchschnittstemperatur von 10 °C.

Boden

Welcher alpine Boden das Gestein bedeckt, hängt sehr stark von der Lage und dem dort herrschenden Klima ab. In den Höhenlagen können sich aufgrund der starken Temperaturänderungen meist nur sehr dünne Böden bilden. Je weiter man ins Tal kommt, desto tiefgründiger und nährstoffreicher wird die Erde. Dann ist der Pflanzenwuchs üppig und der Boden von zahlreichen Kleinlebewesen besiedelt.

Boden trocken
Boden feucht
Wasser

Wasser

Das Wasser gehört neben dem Wetter zu den großen Elementen der Gebirgslandschaft. Niederschläge, Frost und Eis formen die Landschaft und ermöglichen Leben und Wachstum. Bäche und Flüsse sammeln das Regen- oder Schmelzwasser und speisen die großen Ströme Rhône, Rhein, Donau und Po.

Wieviel Wasser die Gebirgsbäche und -flüsse führen, hängt stark von der Jahreszeit ab. Im Winter, bei Minusgraden, liegt das Wasser als Eis und Schnee auf den Hängen, und in den Flussläufen plätschert nur wenig Wasser. Erst zur Schneeschmelze strömen große Wassermengen ins Tal.

Auch im Hochsommer sind die Bäche und Flüsse mit nur wenig Wasser gefüllt. Das kann sich aber nach einem starken Gewitter schlagartig ändern. Dann sind die Regenmengen oft so gewaltig, dass die Wasserläufe über die Ufer treten. Jeder Bach ist von der Quelle an ein eigener Lebensraum. Absolut spezialisierte Lebewesen und Pflanzen versuchen hier zu überleben.

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