Alpenvorland

Als Alpenvorland bezeichnet man die Regionen rund um die Kernzone der Alpen. Die Landschaft ist hier leicht gewellt oder schon fast flach. In manchen Regionen dehnt es sich viele Quadratkilometer weit aus.

Entstehung

Das Alpenvorland entspricht zum Großteil der geologischen Einheit des Molassebeckens. Das heutige Aussehen der Voralpen wurde von den Eismassen der Eiszeit geformt. Zahlreiche aus den Alpen kommende Flüsse queren diese Großlandschaft.

Molassebecken:
Hier wurden im Tertiär (vor 65 Mio. Jahren bis vor rund 2,6 Mio. Jahren) bis zu 5.000 Meter mächtige Sedimente aus Ton, Sand und Geröll abgelagert.

Einteilung

Nördliches Alpenvorland

Es ist von den Ausdehnungen her am bedeutendsten und von teils ebenen, teils hügeligen Wiesenlandschaften und Feldern geprägt. Das Alpenvorland ist größtenteils waldfrei.

Österreich: Als schmaler, nur 10 Kilometer breiter Streifen beginnt das Alpenvorland kurz nach Wien in Niederösterreich. Es zieht sich immer breiter werdend südlich der Donau entlang in Richtung Westen nach Deutschland.

Deutschland: Hier erreicht es seine größte Ausdehnung. In einem weiten Bogen zieht es südlich der Donau durch Bayern und Baden-Württemberg und erreicht eine Breite von 100 km. Vor dem Schwarzwald-Gebirge macht es einen Bogen nach Süden und schlüpft unter dem Rhein und dem Bodensee in die Schweiz.

Westliches Alpenvorland

Erstreckt sich vom beginnenden Alpenbogen bis zum Mittelmeer.

Westliches Mittelland

Schweiz: Das Alpenvorland wird hier als Schweizer Mittelland bezeichnet. Denn es liegt zwischen zwei Gebirgen: Den Alpen im Osten und der Jura auf der westlichen Seite. Im Norden bei der deutschen und österreichischen Grenze hat es eine Breite von etwa 70 km und verengt sich bis zum Genfer See auf 20 km. Hier verlässt es die Schweiz.

Zahlreiche Kantone haben daran Anteil. Vollständige Mittellandkantone sind Zürich, Thurgau und Genf; überwiegend im Mittelland liegen Luzern, Aargau, Solothurn, Bern, Freiburg und Waadt.

Frankreich: Das Schweizer Mittelland (plateau suisse) geht südlich des Genfer Sees auf französischem Gebiet weiter. Dieser Teil des Alpenvorlands Frankreichs liegt im oberen Rhônetal der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Allmählich nähern sich Alpen und Jura einander an, bis die beiden Gebirgszüge am Lac du Bourget (See) nördlich von der Stadt Chambéry zusammenstoßen.

Der viel größere Teil des französischen Alpenvorlands beginnt westlich der Stadt Chambéry und dehnt sich bis zur Metropolregion von Lyon aus. Die flache und leicht hügelige Landschaft des französischen Alpenvorlands geht südlich von Lyon in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, zwischen den Französischen Kalkalpen im Osten und dem Gebirgszuges des Massif Central (dt. Zentralmassiv) im Westen, entlang der Rhone weiter bis zum Mittelmeer.

Südliches Alpenvorland

Das südliche Alpenvorland liegt fast vollständig in Italien, der Ostrand erstreckt sich nach Slowenien.

Italien: Das südliche Alpenvorland wird im Wesentlichen von der Po-Ebene eingenommen. An der Westseite im Piemont fehlen die Voralpen fast vollständig, und die Berge erheben sich direkt aus der Po-Ebene.

Slowenien: Der Ostrand des Alpenvorlandes erstreckt sich bis nach Slowenien. Hier nimmt es nur noch einen kleinen Raum ein und endet bald.

Östliches Alpenvorland

Östlich der Alpen erstreckt sich das Alpenvorland über:

Österreich: Es umfasst das Wiener Becken, die Hügel des südlichen Burgenlandes und der unteren Steiermark sowie das Oststeirische Hügelland.

Slowenien: Es reicht bis nach Slowenien und nimmt den Raum östlich des Pohorje (dt. Bachergebirge) ein.

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