Waldtiere mit Fell

Keine Streicheltiere: Waldtiere sind keine Kuscheltiere. Sie sind wild und sehr scheu. Auch wenn ihr weiches Fell toll aussieht: Meistens beobachten wir sie lieber aus der Ferne oder auf Fotos.


Hirsch

Hirsch: Der König des Waldes

Der Rothirsch ist riesig und trägt ein beeindruckendes Geweih. Im Sommer ist sein Fell rötlich, im Winter wird es dicht und braun.

Familie: Der Papa ist der Hirsch, die Mama die Hirschkuh und das Kind das Hirschkalb.

Futter: Er liebt Gras, Kräuter und Kastanien.

Wo leben Hirsche: Früher lebte der Rothirsch gerne in offenen Landschaften wie Steppen. Heute hat sie der Menschen in Europa vor allem diese Gebiete zurückgedrängt:

  • Flussauen und Moore: Auch in feuchten Gebieten mit viel Gebüsch findet er gute Nahrung und Verstecke.
  • Große, dichte Wälder: Hier versteckt er sich tagsüber um vor Störungen sicher zu sein.
  • Lichtungen und Wiesen: In der Dämmerung und nachts kommt er aus dem Wald heraus, um auf offenen Flächen Gras und Kräuter zu fressen.
  • Gebirge: In den Alpen ziehen Hirsche im Sommer sogar bis hoch auf die Bergweiden.

Winter: Mit seinem dicken Winterfell schützt er sich vor der Kälte und frisst karge Nahrung wie Rinde oder Zweige. Da jede Flucht lebenswichtige Kraft kostet, braucht er in dieser Zeit vor allem Ruhe.

Tipp: Sei leise im Wald! Hirsche brauchen viel Ruhe zum Fressen.


Reh: Klein und flink

Das Reh: Der flinke Waldbewohner

Das Reh ist viel kleiner als der Hirsch und sehr scheu. Im Sommer ist sein Fell hellrot, im Winter wird es dick und graubraun mit einem auffälligen weißen Fleck am Po.

Familie: Der Papa ist der Rehbock, die Mama die Ricke (oder Geiß) und das Kind das Rehkitz.

Futter: Es ist ein Feinschmecker und sucht sich nur die besten Knospen, Kräuter und jungen Triebe aus.

Wo leben Rehe: Rehe sind sehr anpassungsfähig und kommen fast überall zurecht, wo sie genug Deckung finden:

  • Waldränder und Gebüsche: Hier verstecken sie sich schnell, wenn Gefahr droht.
  • Felder und Wiesen: Hier suchen sie gerne nach saftigen Kräutern, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung.
  • Kleine Wälder: Anders als der Hirsch braucht das Reh keine riesigen Urwälder, sondern mag den Wechsel zwischen Bäumen und offenen Flächen.
  • Gärten: Manchmal kommen sie sogar ganz nah an Häuser heran, um an Rosen oder Gemüse zu knabbern.

Tipp: Achte auf die Ohren! Rehe hören jedes Knacken und springen bei Gefahr mit weiten Sätzen davon.

Reh

Wildschwein

Wildschwein: Der Waldboden-Wühler

Wildschweine haben eine richtige „Schweinenase“, den Rüssel. Die Väter haben beeindruckende, scharfe Eckzähne, die man Hauer nennt.

Familie: Der Papa ist der Keiler, die Mama die Bache und das Kind der Frischling. Frischlinge erkennst du leicht an ihren hellen Streifen auf dem Fell. Eine ganze Gruppe von Wildschweinen nennt man Rotte.

Futter: Wildschweine sind echte Allesfresser. Mit ihrem kräftigen Rüssel und ihren starken Eckzähnen wühlen sie tief in der Erde nach Leckereien wie Eicheln, Bucheckern, Wurzeln, aber auch nach Würmern oder Schnecken.

Wenn sich die Gelegenheit bietet, dann holen sie sich auch Kartoffeln, Rüben oder Mais von den Feldern der Bauern.

Wo leben Wildschweine: Sie sind echte Anpassungskünstler und fühlen sich überall wohl, wo sie Deckung und Nahrung finden:

  • Dichte Laub- und Mischwälder: Das ist ihr liebstes Zuhause, weil es dort viele Bucheckern und Eicheln gibt.
  • Suhlen und Matschlöcher: Wildschweine lieben es, im Schlamm zu baden, um sich abzukühlen und ihre Haut vor Ungeziefer zu schützen.
  • Schilf und Feuchtgebiete: Hier können sie sich tagsüber perfekt verstecken und im weichen Boden nach Nahrung graben.

Im Winter: Ein dichter Winterpelz und kräftige Borsten halten die Wildschweine warm. Meist finden sie genug Nahrung auf den Feldern.


Der Dachs: Der Baumeister des Waldes

Der Dachs ist ein kräftiges Tier mit kurzen Beinen. Sein auffälligstes Merkmal ist sein weißer Kopf mit zwei breiten, schwarzen Streifen über den Augen. Das sieht fast aus wie eine Maske. Sein restliches Fell ist silbergrau.

Familie: Den Papa nennt man Dachsbär, die Mama ist die Fähe und die Kinder sind die Jungdachse. Dachse leben gerne mit ihrer ganzen Familie zusammen.

Futter: Der Dachs ist ein Allesfresser. Er wandert die ganze Nacht durch den Wald. Mit seiner guten Nase schnüffelt er den Boden ab. Am liebsten frisst er Regenwürmer, Käfer und Schnecken. Aber auch süßes Obst und Wurzeln schmecken ihm gut.
Wo leben Dachse: Dachse sind wahre Meister im Bauen und Graben. Sie lieben abwechslungsreiche Landschaften:

  • Der Dachsbau: Tief unter der Erde graben sie riesige Tunnel und gemütliche Wohnzimmer. Diese nennen Experten eine „Dachsburg“.
  • Laub- und Mischwälder: Hier finden sie weichen Boden zum Graben und viele Leckereien.
  • Hecken und Wiesen: In der Nacht kommen sie aus ihrem Bau, um auf Feldern nach Nahrung zu suchen.

Winter: Wenn es draußen kalt wird, hält der Dachs eine Winterruhe. Er schläft viel in seinem Bau. Dort ist es kuschelig und warm. Der Dachs hat sein Bett mit Gras und Moos weich gemacht. Im Herbst frisst er sehr viel. So kommt er über den Winter.

Tipp: Dachse sind sehr reinlich! Sie bauen sich sogar eine eigene kleine „Toilette“ außerhalb ihres Baues, damit ihre Wohnung sauber bleibt.

Dachs

Fuchs: Der schlaue Überlebenskünstler

Der Fuchs ist bekannt für seine Schlauheit und seinen wunderschönen, buschigen Schwanz, den man auch Lunte nennt. Sein Fell ist meistens leuchtend rotbraun, aber seine PfDer schlaue Fuchs ist so groß wie ein kleiner Hund. Sein weiches Fell leuchtet rotbraun. Sein buschiger Schwanz hat oft eine weiße Spitze. Die spitzen Ohren sind auf der Rückseite schwarz.

Familie: Der Papa heißt Rüde, die Mama nennt man Fähe und die Kinder sind die Welpen.

Futter: Der Fuchs ist ein Allesfresser und ein geschickter Jäger. Am liebsten mag er Mäuse, aber er frisst auch gerne Regenwürmer, Käfer, Beeren oder Fallobst.

Wo leben Füchse: Sie sind echte Anpassungsprofis und finden fast überall ein Zuhause:

  • Im Wald: Füchse schlafen tagsüber gerne in einem Fuchsbau tief unter der Erde. Manchmal „mieten“ sie sich sogar bei Dachsen ein.
  • Wiesen und Felder: Hier schleiche sie in der Dämmerung und nachts durch das hohe Gras, um Mäuse zu jagen.
  • Städte und Gärten: Da Füchse sehr schlau sind, haben sie gelernt, dass es auch in der Nähe von Menschen in Parks oder Gärten gutes Futter gibt.

Winter: Mit seinem dicken Winterfell wandert der Fuchs durch den Schnee. Futter ist jetzt schwer zu finden. Deshalb muss der schlaue Fuchs bei der Jagd sehr geduldig sein.

Tipp: Wenn du im Wald ein Loch im Boden siehst, könnte das ein Fuchsbau sein. Halte Abstand, damit die Fuchskinder in Ruhe spielen können!


Luchs: Der Jäger mit den Pinsel-Ohren

Der Luchs ist eine große Wildkatze mit einem kurzen Stummel-Schwanz. An seinen Ohren hat er schwarze Haare. Diese sehen aus wie kleine Pinsel.

Familie: Der Papa heißt Kuder, die Mama das Kind haben keinen eigenen Namen. Man nennt sie Luchsin und Jungtier. Diese Katze ist am liebsten allein.

Futter: Der Luchs ist ein Fleischfresser. Er erbeutet alles, was er überraschen und überwältigen kann. Dazu gehören vorallem kranke, schwache und verletzte Tiere.

Wo leben Luchse: Im Alpenraum finden wir besonders dort, wo es große Wälder gibt:

  • Große Wälder: Der Luchs braucht riesige Gebiete mit vielen Bäumen und Felsen.
  • Gute Verstecke: Er schläft gerne in Höhlen oder unter dichtem Gebüsch. Dort kann ihn niemand sehen.
  • Felsen und Steine: Von oben kann der Luchs seine Umgebung besonders gut beobachten.

Winter: Der Luchs bekommt im Winter ein sehr dickes Fell. Es ist hellgrau und hält ihn warm. Seine Pfoten sind wie Schneeschuhe: Sie sind breit, damit er im tiefen Schnee nicht einsinkt.

Tipp: Halte im Wald nach Spuren Ausschau! Einen echten Luchs sieht man nur ganz selten, weil er sehr scheu ist.

Luchs
Luchs im Wald
Ausgewachsener Luchs

wikimedia / Bernard Landgraf / CC BY-SA 3.0


Hase: Flinker Meister der Tarnung

Der Feldhase hat sehr lange Ohren und kräftige Hinterbeine. Er ist ein Meister im Verstecken und kann blitzschnell rennen. Wenn er flüchtet, dann kann er beim Laufen Haken schlagen.

Familie: Der Papa heißt Rammler, die Mama ist die Häsin und das Kind nennen wir einfach Junghase oder Häschen.

Futter: Er frisst am liebsten frisches Gras, Kräuter, Klee und Knospen.

Wo leben Feldhasen: Der Feldhase liebt das offene Land. Er braucht viel Platz zum Flitzen:

  • Felder und Wiesen: Hier findet er das ganze Jahr über gutes Futter. In Mulden legen sich ganz flach hin und ruhen.
  • Hecken und Gebüsch: Dort versteckt er sich bei Gefahr oder wenn es stürmt.
  • Brachflächen: Das sind wilde Wiesen. Hier fühlen sich Feldhasen besonders wohl.

Winter: Der Feldhase hält keinen Winterschlaf. Er bekommt ein dichtes Fell gegen die Kälte. Wenn es schneit, kuschelt er sich ins Unterholz oder tief in eine Erdmulde. Bei Schneefall bleibt er dort regungslos liegen, bis er von einer Schneeschicht bedeckt ist. Er findet unter dem Schnee noch Gräser oder knabbert an Rinde.

Tipp: Wenn du einen Feldhasen siehst, bleib ruhig stehen! Oft rennt er im Zick-Zack weg, um seine Feinde zu verwirren.


Eichkätzchen: Akrobat in der Luft

Du hast auch schon mal gehört, dass man es Eichhörnchen nennt. Es ist ist klein, sehr flink und hat einen buschigen Schwanz. Sein Fell ist im Sommer meist fuchsrot. Es gibt aber auch schwarze und dunkelbraune Eichkätzchen. Im Winter wird ihr Fell dunkelgrau bis braun. An den Ohren haben sie lustig aussehende Pinsel.

Familie: Die Tiere haben keinen speziellen Namen. Nur das Nest in dem die Babys zur Welt kommen nennt man Kobel.

Futter: Es liebt Nüsse, Samen von Zapfen und Bucheckern. Manchmal frisst es auch Beeren oder Pilze.

Wo leben Eichkätzchen: Es ist ein echter Profi im Klettern und Springen. Du findest es an diesen Orten:

  • Nadel- und Laubwälder: Hier findet es zwischen den Bäumen viel Schutz und genug Nahrung.
  • Parks und Gärten: Auch in der Stadt fühlt es sich wohl, wenn es dort alte Bäume gibt.
  • Baumkronen: Hoch oben baut es seine runden Nester aus Zweigen, Moos und Gras.

Winter: Eichkätzchen halten keinen Winterschlaf. Sie machen Winterruhe. Das bedeutet: Sie schlafen viel in ihrem warmen Kobel, um Energie zu sparen. Nur wenn sie Hunger haben, kommen sie heraus und suchen ihre versteckten Vorräte im Boden.

Tipp: Im Herbst vergraben Eichhörnchen viele Nüsse. Ein einzelnes Tier vergräbt in einem einzigen Herbst bis zu 10.000 Nüsse und Samen. Weil sie manche davon vergessen, wachsen dort im Frühling neue Bäume!


Eichhörnchen
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