Gefahren für den Schutzwald

Neben den Gefahren durch Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Muren gehen Gefährdungen auch von Luftverschmutzung, Wildschäden oder Waldweiden aus.

„Patient Wald“

Bergwälder haben vieles auszuhalten. Natürliche Ereignisse wie Sturm, Schnee, Lawinen, Kälte und Steinschlag gibt es schon seit Tausenden von Jahren. Doch in letzter Zeit kommen noch viele von uns Menschen verursachte Schädigungen dazu. Da bedrohen Luftverschmutzung, Monokultur, intensive Holzwirtschaft, zu viel Tourismus und ungeregelte Jagd den Wald. Ganz besonders gefährdet ist der sensible Schutzwald in den Bergen.

Sturmschaden im Wald
Sturmschaden im Schutzwald

Klimawandel
Trockenheit, hohe Ozonwerte, Klimawandel und jahrzehntelange Schadstoffbelastung aus Luft, Regenwasser und Boden bedrohen unsere Wälder. Fast ein Viertel aller Bäume hat starke Schäden. Die wichtigsten Ursachen für die Waldschäden sind Luftverschmutzung, Treibhauseffekt und Schadstoffbelastung des Waldbodens durch sauren Regen. Verursacher sind Fabriken, Landwirtschaft sowie Auto-, LKW- und Luftverkehr.

Klimawandel in den Alpen
Der Alpenraum wird von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark getroffen. Die sich verändernden Klimabedingungen führen vermehrt zu Wetterextremen. Deshalb nehmen Berg- und Felsstürze, Lawinen, Stürme und Hochwasser in den Bergwäldern zu.

Bodenfeuer, Waldbrand

Waldbrand

Die Folgen des Klimawandels wie zum Beispiel mehr Trockenheit und höhere Temperaturen haben in Österreich zu einer erhöhten Waldbrandgefahr geführt. Waldbrände können die Schutzfunktion der Wälder stören.

Es wird erwartet, dass Waldbrände aufgrund des Klimawandels weltweit zunehmen. In Gebieten mit häufigen Waldbränden, zum Beispiel im Mittelmeerraum, wurden diese eingehend untersucht. Eine Erkenntnis ist, dass die vorbeugende Waldbewirtschaftung in Hinblick auf Waldbrände Teil der Waldbewirtschaftungspläne sein sollte.

In der Alpenregion stellen Waldbrände bisher keine große Gefahr für Menschenleben und Infrastruktur dar. Im Vergleich zur benachbarten Mittelmeerregion verbrennen meist nur kleinere Flächen.

Die meisten Waldbrände in Österreich und auch auf der ganzen Welt werden von Menschen verursacht. Die Anzahl der Brandereignisse pro Jahr in Österreich schwankt zwischen 100 und 300.

Schäden durch Wildtiere

Das Wild in unseren Wäldern hat keine natürlichen Feinde (Wolf, Bär, Luchs) mehr, dadurch können sie sich auch stark vermehren. Durch die intensive Hege der Jäger gibt es so viele Hirsche in unseren Wäldern wie niemals zuvor. Diese überhöhten Rotwildbestände fügen unseren Schutzwäldern seit vielen Jahren schwere Schäden zu.

Das Nachwachsen der Schutzwälder erfolgt idealerweise durch Naturverjüngung. Das bedeutet, dass die Samen von den umliegenden Bäumen auf den Boden fallen und junge Bäumchen wachsen. Dort wo es nötig ist, erfolgen gezielte Nachbesserungen durch Aufforstungen. Bei der Aufforstung setzt der Mensch junge Bäume in den Boden.

Allerdings haben die Wildtiere diese jungen Bäumchen zum Fressen gern. Da es zu viele Wildtiere in unseren Wäldern gibt, sind circa 70 Prozent aller nachwachsenden Bäume im Schutzwald von beeinträchtigenden Wildtiereinflüssen betroffen.

Die Jagd nimmt Einfluss auf die Höhe und Struktur der Wildbestände.

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